Karl-May-Haus Hohenstein-Ernstthal

Memorial-Literaturmuseum und Forschungsstätte im Geburtshaus von Karl May (1842 - 1912)

Chronik

1688
Eine alte Zeichnung aus jenem Jahr sowie Rückschlüsse aus anderen Quellen lassen vermuten, daß am heutigen Standort dieses Hauses bereits damals ein einstöckiges Gebäude gestanden hat.


Zeichnung der Städte Hohenstein und Ernstthal von 1688

1759
Die Fleischerswitwe Dorothea Börnig verkauft das Haus an den Schuhmachermeister Christlieb Schüler.

1767
Christlieb Schüler veräußert das Haus an den Webermeister Christian Gottlieb Klemm und seiner Ehefrau Regina geb. Barth.

1791
Deren Sohn, der Webermeister Christian Gottlieb Klemm, erwirbt das Haus von seinen Eltern.

1808
Christian Gottlieb Klemm verkauft das Haus an seine Ehefrau Marie Rosine Klemm geb. Claus.

1838
Christiane Wilhelmine May geb. Weise, die Mutter Karl Mays, erbt laut Testament der Marie Rosine Klemm vom 4. August 1836 das Haus.

1842
Am 25. Februar wird Karl May in diesem Haus, damals Niedergasse 122, geboren.

1844
Am 28. Mai wird seine Schwester Christiane Wilhelmine, die spätere vereh. Schöne, hier geboren.

1845
Mays Mutter Christiane Wilhelmine May verkauft das Haus an den Webermeister Wilhelm August Friedrich Stiezel um ihre Hebammenausbildung in Dresden finanzieren zu können. Die Familie May zieht in eine Mietwohnung am Ernstthaler Markt.

1900
Nach 1900 wechselten die Besitzer dieses Hauses in der Reihenfolge: F.W. Schreiber, später Gustav Schreiber, Paul Zierold, Alfred Münch bis 1967.


Das Geburtshaus um 1910

1929
Am 26. Mai erfolgt die Enthüllung der Karl-May-Gedenktafel an der Vorderfront des Hauses und im Dezember die Umbenennung des hinteren Teils der Bahnstraße in Karl-May-Straße.


Die Enthüllung der Karl-May-Gedenktafel am 26. Mai 1929

1932
Der Teil der Bahnstraße, an der das Geburtshaus steht, wird im Februar ebenfalls in Karl-May-Straße umbenannt.

1968
Übernahme des Hauses aus dem Besitz von Alfred Münchs durch die Firma Webunion KG, seit 1972 verstaatlicht (VEB Webunion).

1975
Übernahme des Hauses durch den VEB Möbelstoff- und Plüschwerke Hohenstein-Ernstthal.


Das Geburtshaus 1976

1979
Das Haus geht am 1. April in den Bestand der Gebäudewirtschaft der Stadt über.

1980
Das Haus wird als Geburtsstätte Karl Mays unter Denkmalschutz gestellt und in die Kreisdenkmalliste vom 27.11.1980 aufgenommen.

1982
Das Gebäude wird ab September nicht mehr als Wohnhaus genutzt, es erfolgt im Oktober eine Fassadenrenovierung mit hellgrauem Anstrich und dunkel abgesetzten Fensterumrandungen. So ist das Haus zu Weihnachten in der Dokumentation des DDR-Fernsehens "Ich habe Winnetou begraben" zu sehen, mit der die offizielle May-Renaissance in der damaligen DDR eingeleitet wurde.

1983
Am 17. März beschließt der Rat des Kreises Hohenstein-Ernstthal den Ausbau des Geburtshauses von Karl May zu einer musealen Einrichtung.

1983
bis 1985 erfolgt eine umfassende Rekonstruktion des Hauses unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten und die Vorbereitung sowie die Gestaltung der Dauerausstellung.

1985
Am 12. März wird das Geburtshaus als "Karl-May-Haus" mit einer Ausstellung über Leben und Werk des Schriftstellers sowie dem nachgestalteten Wohn- und Arbeitsraum der Familie May der Öffentlichkeit übergeben.

1987
Am 25. Februar beginnt die erste Sonderausstellung des Karl-May-Hauses. Es wird damit eine Tradition des Museums begründet, die alljährlich zu Mays Geburtstag viele Verehrer des Schriftstellers anzieht. Am 10. Oktober konstituiert sich der Wissenschaftliche Beirat Karl-May-Haus.

1989
Im Februar erscheint das erste Heft der Museumsschriftreihe "Karl-May-Haus Information", die vom Wissenschaftlichen Beirat herausgegeben wird.

1995
Am 25. Februar wird nach dreimonatiger Schließung wegen baulichen Veränderungen und Neugestaltung der Dauerausstellung das Karl-May-Haus wieder eröffnet.

1997
Am 15. September mußte das Museum unerwartet für den Besucherverkehr geschlossen werden. Bei geplanten Abputzarbeiten an dem Gebäude wurden im Giebelbereich gravierende Bauwerkschäden festgestellt, die einen Abriß des gesamten Dachstuhles und anschließenden Neubau unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten erforderten. Unter Einbeziehung kurzfristig beantragter und bewilligter Fördermittel wurde das Dach bei der Komplett-Sanierung originalgetreu wieder eingedeckt. Das Gebäude erhielt einen neuen Fassadenputz unter Beibehaltung der bisherigen Farbgebung. Durch eine geänderte Raumaufteilung wird im Dachgeschoß eine etwas größere Ausstellungsfläche gewonnen.

1998
Am 25. Februar wird nach über fünfmonatiger Schließung das Karl-May-Haus mit einer Sonderausstellung eingereichter Arbeiten eines ausgeschriebenen Karikaturwettbewerbes wieder eröffnet.

2001
Am 25. Februar wird gegenüber dem Museum (Karl-May-Straße 51) die "Karl-May-Begegnungsstätte" eröffnet. Die neue Einrichtung mit dem Beinamen "International Karl May Heritage Center" wird von der Interessengemeinschaft Karl-May-Haus e.V. betrieben. Damit steht dem Karl-May-Haus nun über 200 Quadratmeter Nutzfläche für Sekundärbereiche und Sonderausstellungen sowie für Veranstaltungen und die museumspädagogische Arbeit zur Verfügung.

2004
Am 25. Februar wird der völlig neugestaltete und aktualisierte Komplex "Die Internationalität", eingerichtet in einem früher als Büro genutzten Raum im 2. Obergeschoß, eröffnet. Die Fläche der Dauerausstellung erweitert sich um sechs Quadratmeter.

Nach Ermittlungen von Hans Zesewitz (1888-1976) und Wolfgang Hallmann.